Modul 1

Beispiel zur Bedeutung der Verwendung geeigneter Suchbegriffe und zu den Grenzen von Google Scholar

Das folgende Beispiel soll die Bedeutung der Verwendung geeigneter Suchbegriffe und die Grenzen von Google ScholarTM verdeutlichen:

Die Verabreichung von Antidepressiva ist für die Behandlung von Depression eine bewährte Methode. Allerdings gibt es viele Patienten, die auf eine pharmazeutische Intervention nicht ansprechen (bzw. bei denen sich trotz Medikation kein Rückgang der Depressions-Symptome zeigt). Sie sollen in einem Seminar ein Referat darüber halten, welche psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten es bei diesen Patienten gibt.

Folgende Begriffskombination könnte jeden thematischen Aspekt abdecken:

psychotherapy depression nonresponders antidepressants

 

Bei der Eingabe dieser Kombination in das Suchfeld von Google ScholarTM zeigen sich jedoch nur wenig präzise passende Treffer, obwohl jeder thematische Aspekt abgedeckt ist. Der Grund dafür ist, dass es für den thematischen Aspekt Depressive Patienten, die auf Antidepressiva nicht ansprechen einen Fachbegriff gibt: Treatment Resistant Depression, bzw. Therapieresistente Depression. Die Trefferliste zur Begriffskombination

psychotherapy treatment resistant depression

enthält mehr passende Treffer (die Suche könnte zudem durch erweiterte Suchfunktionen weiter präzisiert werden).

Allerdings befinden sich weiterhin sehr viele thematisch unpassende Studien in der Trefferliste. Das Konzept psychotherapy scheint nicht ausreichend bei der Reihung der Treffer berücksichtigt zu werden. Unter den ersten Treffern befinden sich viele psychobiologische Studien, die das Konzept psychotherapy nicht oder nur unzureichend thematisieren. Ein Grund dafür könnte sein, dass die psychobiologischen Studien häufiger zitiert wurden und von Google ScholarTM daher als wichtiger bzw. passender eingestuft werden.

Bei Suchen in Fachdatenbanken können die beiden hier erwähnten Probleme umgangen werden, da (1) vorab nach Thesaurusbegriffen bzw. geeigneten Suchbegriffen recherchiert werden kann und (2) die Treffer unabhängig von ihrer Zitierhäufigkeit identifiziert werden (vgl. Kap. 4).

 


Anonymous / openclipart.org


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Zuletzt geändert: Freitag, 16. Januar 2015, 16:22
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