Modul 1

Suchmöglichkeiten: Allgemeiner Überblick

Die vermutlich häufigste und jedem geläufige Suchvariante im World Wide Web ist die Eingabe von Wörtern bzw. Wortkombinationen (sog. „Suchbegriffe") in eine Suchmaschine. Für wissenschaftliche Recherchen sind Suchen mit alltäglichen Suchmaschinen wie z.B. GoogleTM, Yahoo! (r) oder Bing manchmal hilfreich, doch selten ausreichend. Im Folgenden sollen zunächst drei verschiedene Möglichkeiten, mithilfe von Suchbegriffen nach wissenschaftlicher Literatur zu suchen, vorgestellt und voneinander abgegrenzt werden. Im weiteren Verlauf wird vertiefend darauf eingegangen.

 


voyeg3r / openclipart.org

 

1. Allgemeine Suchmaschinen

Suchmaschinen wie GoogleTM, Yahoo! (r) oder Bing durchsuchen das WWW. Ihr Vorteil: Sie ermöglichen komfortable und einfache Suchen, bei denen oftmals keine sonderlich präzisen Angaben nötig sind, um zu einer inhaltlich relevanten Website bzw. zu einem passenden Treffer zu gelangen. Für die Recherche wissenschaftlicher Literatur sind diese Suchmaschinen allerdings weniger geeignet. Beispielsweise liefert die Eingabe eines Begriffs wie "depression” zahlreiche inhaltlich relevante Treffer (z.B. den entsprechenden Wikipedia-Eintrag), die sicherlich hilfreich sein können, um einen ersten Einblick in ein Thema zu gewinnen. Allerdings sind die Inhalte dieser Treffer oftmals nicht sonderlich spezifisch. Zudem handelt es sich nur selten um wissenschaftliche Fachliteratur. Für eine systematische und professionelle Recherche nach wissenschaftlicher Originalliteratur ist eine Suche mit allgemeinen Suchmaschinen daher ungeeignet.

 

2. Google ScholarTM

Eine Suchmaschine, die gezielt wissenschaftliche Dokumente im WWW sucht, ist Google ScholarTM. Sie ist einfach, intuitiv und schnell zu bedienen. Der Komfort in der Bedienung führt allerdings zu verschiedenen Nachteilen. Suchen mit Google ScholarTM sind meistens nicht sehr präzise. Oftmals muss man sich lange durch die Trefferlisten hindurchlesen, um an inhaltlich relevante, hochwertige Publikationen zu gelangen. Es gibt jedoch verschiedene Funktionen, mit deren Hilfe sich die Präzision der Suchen erhöhen lässt, die im weiteren Verlauf noch vertieft vorgestellt werden. Die Fachdatenbanken PSYNDEX und PsycINFO werden von Google ScholarTM nicht durchsucht. 

 

3. Wissenschaftliche Fachdatenbanken

 

Gerd Altmann / pixelio.de

In wissenschaftlichen Fachdatenbanken werden wissenschaftliche Publikationen eines Fachgebiets (zum Beispiel der Psychologie) systematisch dokumentiert. Die Datenbanken enthalten nicht nur die bibliografischen Angaben, also zum Beispiel den Titel eines Zeitschriftenaufsatzes, das Erscheinungsjahr, die AutorInnen, den Namen der Zeitschrift und die Angaben zu Band, Heft und Seitenzahlen. Darüber hinaus wird die Publikation in der Datenbank nach weiteren Kriterien beschrieben und klassifiziert, zum Beispiel nach der verwendeten Methodik, dem Alter der untersuchten Personen oder den Themenbereichen, denen sie entstammt. Suchen in diesen Datenbanken können daher entsprechend systematisch, präzise und zielgerichtet gestaltet werden. Ein weiterer Vorteil von Recherchen in Fachdatenbanken ist der, dass die in Fachdatenbanken verzeichneten Publikationen aus dokumentierten Quellen stammen, so ist üblicherweise angegeben, aus welchen Zeitschriften und Buchverlagsprogrammen die verzeichneten Publikationen stammen. Bei Google ScholarTM ist dies nicht der Fall. Dennoch erfüllen nicht alle in Fachdatenbanken verzeichneten Publikationen sämtliche wissenschaftlichen Qualitätskriterien und sollten daher nicht unkritisch übernommen werden (beispielsweise sind auch Publikationen ohne Peer-Review dokumentiert).

Die wichtigsten Fachdatenbanken für die Psychologie sind:

  • PSYNDEX: psychologische Fachpublikationen von AutorInnen aus dem deutschsprachigen Raum, fast ausschließlich deutsch- und englischsprachig.
  • PsycINFO: psychologische Fachpublikationen von internationalen AutorInnen (weltweit), überwiegend englischsprachig.

Auf beide Fachdatenbanken kann über die Datenbankhosts OvidSP und EBSCO zugegriffen werden. Hierfür ist eine Lizenz erforderlich; Universitätsangehörige (also Studierende und Mitarbeiter) können in den meisten Fällen auf eine Lizenz ihrer Universität zurückgreifen. Zudem kann auf PSYNDEX, allerdings mit etwas eingeschränktem Funktionsumfang, auch über das Suchportal PubPsych zugegriffen werden (Anmerkung: PSYNDEX ist bei Zugriff über OvidSP unter dem Namen "PSYNDEXplus" zu finden).

Für die meisten Fachgebiete gibt es Fachdatenbanken. Insbesondere bei interdisziplinären Arbeiten sind auch Datenbanken anderer Fächer teilweise für Psychologen  relevant, beispielsweise PubMed (Biologie/Medizin) für die Biopsychologie oder ERIC für die Pädagogische Psychologie.

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Zuletzt geändert: Mittwoch, 3. August 2016, 15:23
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